SCHULE OHNE FENSTER: Erdbeeren

Was tun, wenn Du mitten in den Abschlussprüfungsvorbereitungen steckst und draußen die Sonne scheint? Na, rausgehen, durchatmen und was fürs Leben lernen. Das geht im Kochunterricht ohnehin immer gut, und weil wir bei den Prüfungen immer die ersten sind, konnten wir es mit gutem Gewissen tun. Also auf in die Schule ohne Fenster, Teil 2: Erdbeeren ernten & verarbeiten.

„Das hab‘ ich zuletzt im Kindergarten gemacht“, sagt einer, als wir über den Klinikparkplatz in den Wald gehen, und als wir am anderen Ende wieder rauskommen und ein Schild Richtung Erdbeerfeld zeigt, wundert sich eine andere: „Hier gibt’s Erdbeeren?“ Und wie – zwei Fußballfelder voller grüner Reihen auf Stroh, in denen immer wieder was rot leuchtet.

Und zwar jeden Tag aufs Neue und woanders, wie wir bei unseren drei Besuchen in einer Woche sehen konnten. Lektion 1 lautete daher: Erdbeeren wachsen schnell. Lektion 2: Sie schmecken schnell nach nichts, wenn es vorher viel geregnet hat. Dafür kann ihnen schon ein Sonnentag ordentlich Zucker geben,

Die Regeln auf dem Feld waren: Körbchen vorwiegen, nur die rotesten Beeren pflücken und zwar samt Stiel. Und dann wieder wiegen und zurück durch den Wald in die Schule mit Fenster und Küche. Dort haben wir die Erdbeeren kurz im Sieb abgebraust , bevor wir die Stiele rausgezupft haben, was bei frisch geernteten Früchten ganz leicht geht.

Hätten wir das schon auf dem Feld gemacht, hätte das Waschwasser noch den letzten Geschmack rausgeschwemmt, den der Regen noch drinnen gelassen hatte. Dann wurde geschnitten und gezuckert, damit sich das Aroma steigert und Saft gezogen wird.

Und so schmeckten Quark und Sahne nach dem Druntermischen schnell nach Erdbeerquark – den wir nach der vielen Fuß- und Handarbeit ohne Rezept im Freestyle-Modus entwarfen. Wer es etwas fortgeschrittener und präziser mag – wie wär’s mit unserem Erdbeer-Tiramisu (ganz rechts im Bild)?

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